Flirthistorische Dokumente: Der Test

Oktober 16, 2011 at 18:05 4 Kommentare

Vor einigen Jahren berichtete ich von der Schönheit vom Nine-Inch-Konzert, der ich nach langer Verfolgungs-Odyssee eine Nachricht zukommen ließ, mit der ich sie dazu bewegen konnte, mir zu antworten und sich mit mir zu verabreden. Aus ihrer Sicht gesehen ein Blind-Date, denn alles, was sie von mir wusste, war, dass ich romantische Zettelchen schreiben konnte. Ein bisschen fühlte ich mich wie in der Rolle des Cyrano de Bergerac. Alles, woran ich denken konnte, waren irgendwelche Erwartungen, die es zu erfüllen galt; wie ich ihrer Vorstellung von mir gerecht werden konnte. Ich hatte zwar keine große Nase, trotzdem erschien mir meine physische Ausstattung nicht dem Idealbild eines gut proportionierten Dreamboys zu entsprechen. Hätte ich ein Surfbrett mit mir herumgetragen, hätte man sich bei meinem Anblick die Frage gestellt, für wen ich es aufbewahre.

Ich war gezwungen, mir eine andere Waffe zu wählen. Ich musste im Kampf mit dem Worte Eindruck machen. Da ich auf diesem Gebiet bereits punkten konnte, war das nur logisch. Nein, die Logik diktierte es geradezu. Die Passion Chris kreierte ein paar Fragen für mich in Form eines Tests, der mich auf dieses schwierige Treffen vorbereiten sollte. Wie man sich vielleicht denken kann, habe ich mich nicht besonders gut auf den Test vorbereitet, also waren die vorgegebenen zehn Minuten zum Beantworten der Fragen sehr knapp bemessen. Insofern sind meine Antworten teils unvollständig und erscheinen mitunter auch nicht sonderlich durchdacht … (Die Passion Chris‘ Korrektur ist rot hervorgehoben)

1. Wie begrüßen Sie die Person? (zwei Alternativen, möglichst optimistisch)

Möglichkeit 1: Ich nehme Bezug auf meinen Brief und begrüße sie mit »Hallo, Unbekannte.«

Möglichkeit 2: Ich spreche sie direkt mit ihrem Namen an, da ich mir sicher bin, dass Sie mich dann auch mit meinem Namen anspricht (persönlicher).

Gut, jedoch ist die Nennung des Namens in jedem Fall vorzuziehen, da es gleich eine Verbundenheit herstellt! 3,5/4

2. Wie handeln Sie bei unangenehmen Schweigen? Gehen Sie auch auf mögliche Konsequenzen ein. Bleiben Sie optimistisch.

Ich bringe das Thema Unangenehmes Schweigen direkt zur Sprache, z.B. indem ich die Person frage, ob sie das Schweigen gerade als unangenehm empfindet oder ob sie so ein Schweigen ab und zu begrüßt.

Nicht sehr kreativ, dafür aber fürsorglich, gut. 4/4

3. Arbeiten Sie mindestens fünf Vorschläge für Unternehmungen aus. Vor- und Nachteile nennen.

Vorschlag 1: »Ich bin Fan von Spaziergängen. Wollen wir einen machen?« Das Ganze wird dann in einen Park gelenkt, wo man sich auf die Wiese setzen und sich unterhalten kann. ✓ 1/1 Vorteile: ständig neue Umgebung, somit viele Leute (viele spontane Witze möglich) kann auch schief gehen; es kann sich immer noch was anderes ergeben; man kann sich gut unterhalten ✓ Nachteile? 0,5/1

Vorschlag 2: Der Klassiker Kaffee trinken: Da wir uns ohne direkten Plan, wo wir eigentlich hingehen, treffen, kann man sicher leicht ein geeignetes Etablissement erblicken und sagen »Lass uns doch da reinsetzen.« ✓ 1/1 Vorteile: man kann sich gut unterhalten. Nachteile: essen/trinken kann unattraktiv aussehen f  Wie essen/trinken Sie denn, dass Sie das befürchten müssen? 0,5/1

Vorschlag 3: Für den Fall, dass sie etwas »ausgeflippt« ist, etwas ungewöhnliches wie Picknick. ✓ In den Park gehen oder Nahrung konsumieren halten Sie für normal, beides zusammen aber nicht? Vorteile: romantisch ; gute Atmosphäre zu sprechen Nachteile: essen/trinken unattraktiv f; wetterabhängig ✓ V1 aber auch, 1/1

V4 + V5? 0/2, zus. 5/10

4. Sie sitzen im Café mit der Person, es dämmert, Sie haben bestellt und unterhalten sich. Die Person sagt, eigentlich hält sie nichts von dieser Art Kontaktaufnahme. Was tun Sie?

Ich sage »›Eigentlich‹ bedeutet, dass es vielleicht ein ›aber‹ gibt.« oder »Dann freut es mich, dass wir uns schließlich doch getroffen haben.« (kommt auf die Person und den Verlauf des Gesprächs an)

Gute Ideen, jedoch zu kurz skizziert. Besser: Gegenfrage ›Warum sie dann doch geantwortet hat.‹ 2/4

insg. 14,5/22 3+
Gut gemacht, nächstes Mal nur etwas schneller!

Meine bescheidenen, zumeinst auto-didaktisch angeeigneten Date-Kenntnisse reichten also für ein solides Befriedigend. Die Note, die ich aber für das tatsächliche Treffen verdient hätte … nun ja … ich glaube, dass kein Test mich darauf hätte vorbereiten können. Ein paar Kenntnisse über die Feldzüge eines geschlagenen Generals mit in die Schlacht zu nehmen (nichts für ungut, Chris) war sicher immer noch besser als nichts, aber welche Fragen würde wohl eine Frau in einem solchen Test stellen? Vielleicht ließe sich ja tatsächlich eine hilfreiche Vorbereitung bewerkstelligen. Es wäre schön, wenn man keine Angst mehr vor einem aufregenden Date haben bräuchte, wenn man vorher fleißig gelernt hat …

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the expected unexpected die warte-falle

4 Kommentare Add your own

  • 1. marzipanbrot  |  Oktober 17, 2011 um 9:18

    gabs am Ende eigentlich auch einen Bericht, wie das Date dann tatsächlich abgelaufen ist?

  • 2. Dr. Love  |  Oktober 17, 2011 um 10:01

    Noch nicht, aber das habe ich noch vor. Das war ein so herrlich beschissenes Date, dass ich das auf jeden Fall noch textlich festhalten will, bevor ich anfange, die Details zu vergessen …

  • 3. audrey  |  Oktober 17, 2011 um 19:39

    Ja grundsätzlich eine gute Idee, solche Sachen auseinander zu pflücken. Ich verstehe die Schwierigkeit ein Date zu beginnen. Aber sollte sowas nicht einfach laufen, wenn man sich gegenseitig interessant findet? Dass es die Option Kino für ein Date bei euch nicht gibt, ist auch bemerkenswert. Tendenziell ist es ja schwierig sich zwei Stunden auf einen Film zu konzentrieren, wenn da jemand neben einem sitzt, bei dem man nicht weiß, ob sich das Date lohnt. Andererseits hat man Gesrpächsstoff. Oder?

  • 4. Dr. Love  |  Oktober 17, 2011 um 21:11

    Vor so nem Date gehen einem ja tausend Gedanken durch den Kopf (jedenfalls ist das bei mir so), man möchte auf alles vorbereitet sein und bloß nichts falsches sagen. Wir hatten damals den Test gemacht, weil mir diese Fragen in Hinblick auf das Date durch den Kopf gingen. Und es tat gut, vorbereitet zu sein, ich hatte mich zumindest ein bisschen sicherer gefühlt. Vor allem hat dieser alberne Test aber auch großen Spaß gemacht. 🙂

    Kino beim ersten Date find ich n bisschen komisch. Man will sich kennen lernen, stattdessen kann man aber zwei Stunden nicht miteinander reden. Und dann über den Film zu reden, statt über sich und den anderen ist auch komisch, oder? Ab dem zweiten Date ist das sicher ne coole Sache, auf jeden Fall.

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